Texte und Zitate zu Reinhard Fritz aus verschiedenen Medien mit Quellenangaben
![]() Ruhiger See |
Einige ruhige Sommertage am oberbayerischen Simssee inspirierten Reinhard Fritz zu dem Bild Ruhiger See. "Der Wasserspiegel, kleine Fische und die Farben des Wassers beim Eintauchen ... Zwischen der irdischen Ebene des Daseins und der übergeordneten geistigen Ebene schwingt etwas von jener Sphäre, die über die Profanität des Alltags hinausreicht".
Der Münchner Maler Reinhard Fritz setzt sich in vielen seiner abstrakten Bilder mit dem Phänomen Wasser auseinander und gibt ihnen Titel wie Wasserspiegel (2006) oder Tanz der Fische (2007). Auf einem farblich rhytmisierten Grund schweben Wesen, die als Federn, Fische, Blätter, Libellen, Schwebeteilchen interpretiert werden können. Das Wasser als Bestandteil des Bildes ist greifbar. Natürlich sind hier keine Ortsangaben zu erwarten. Wasser wird zum künstlerischen Ausdruck. Susanna Partsch, "Spiegelnde Landschaften - Die Malerei und das Wasser" in "Wasser - Bayerns kostbares Nass, Verlag Bayerische Staatszeitung GmbH / Erich Weiß Verlag, Bamberg 2008 (ISBN 978-3-940821-00-3) |
![]() Kopf VII |
Plakativ – zumindest auf den ersten Blick - und doch voller bemerkenswerter Details, so präsentieren sich die transparent gehaltenen „Kleinen Bilder“ von Reinhard Fritz. Dabei bezieht sich die Bezeichnung „Kleine Bilder“ keinesfalls auf das Format dieser schwerelos wirkenden Werke, sondern vielmehr auf die in sich geschlossenen und zugleich in fließender Bewegung befindlichen, in Rahmen komprimierten Kunsträume des 1946 in Spornitz (Mecklenburg) geborenen, heute in München lebenden Künstlers. In ihnen wird nicht zuletzt dessen verblüffende Fähigkeit deutlich, die Variation als wirkungsvolles Stilelement einzusetzen. Obwohl jede von Reinhard Fritz’ ans Fantastische grenzenden Bildwelten einmalig ist, scheinen sie – gerade in der gleichzeitigen Gegenüberstellung - Sequenzen eines unendlichen Kosmos zu sein, der sich einerseits Stück für Stück in seinen Werken offenbart – und andererseits Stück für Stück erst durch sie entsteht. Auf diese Weise gelingt dem Künstler der Meistergriff, mittels formaler und farblicher Fragmente eine dahinter zu erahnende Welt sichtbar zu machen, ohne sie ihrer Faszination zu berauben. galerie m beck, Homburg-Schwarzenacker, Text zur Ausstellung 2008 |
![]() Flügelschlag |
Augenlust und Sinnenfreude, Poesie der Farben, musikalische Formationen, Bewegungsfluss, Zeichen und Symbole des Lebens, ohne jegliches Pathos – das sind Formulierungen für den Zauber der Malerei von Reinhard Fritz.
1978 zeigte die Galerie Holbein erste Aquarelle, konnte dann in den vergangenen 30 Jahren in Abständen immer wieder neue Werkgruppen vorstellen. Anfangs waren weiß ausgesparte Zeichen aus Flora und Fauna und der deutbaren Dingwelt bildbestimmend. Sie bekamen Schatten; diese verselbstständigten sich und wurden mit den Jahren zu „Schattenspielen“ in rhytmischen Notaten auf leuchtenden Farbbahnen wie in der Serie „Lied der Fische“, in der der Künstler seinen Improvisationen auf der Renaissance-Flöte Ausdruck verlieh, wie überhaupt Musik bestimmenden Einfluß auf sein Werk hat. Neuere Bilder wie „Flügel“ von 2007 zeigen größere, dunkle Lineaturen, die auf Schatten unbekannter Herkunft verweisen.
Im gesamten Werk von Reinhard Fritz finden sich Motiv und farbige Grundhaltung überraschend konsequent weiterentwickelt zu anderen, aber stets verwandten Formen und ähnlichen Farbklängen. Dr. Annette Pfaff, Galerie Holbein, Lindau, Text zur Ausstellung 2008 |
![]() Le Petit Prince |
Die Malerei von Reinhard Fritz entwickelt die Ansätze zweier Kunstrichtungen zu einem eigenständigen Werk weiter. Das wäre zum einen die Farbfeldmalerei (Colourfield Painting), deren Wirkung auf zum Teil sehr großflächigen homogenen Farbfeldern, scheinbar ohne kompositionellen Aufbau, beruht und zum anderen die Lyrische Abstraktion, eine impulsive, von Kompositionsregeln befreite Ausdrucksform. Die von Reinhard Fritz entwickelte Musik der improvisierten Spielweise auf der Renaissanceflöte arbeitet mit ähnlichen Gestaltungsprinzipien. Die weichen, warmen Töne der Kirschholzflöte werden scheinbar ohne Kompositionsregeln impulsiv und ohne erkennbaren Rythmus zu einem Musikstück zusammengefügt. Trotzdem erkennt man bei allen Stücken, der in der Ausstellung vorgestellten Musik-CD, deutlich eine Gestaltungsidee, die der Künstler als bildhaft beschreibt. Galerie der Stadt Tuttlingen, Text zur Ausstellung 2008 |
![]() Lied der Fische |
Wiederholung und Variation als optische Herausforderung zwischen Irritation und Bezauberung. In diesem Spannungsfeld „bewegen“ sich nahezu alle Bilder, die der gebürtige Mecklenburger (Jahrgang 1946) derzeit in der Galerie Forum Lindenthal präsentiert. Auf den ersten Blick ähneln die in vielgliedrige Farbfelder getauchten Motive einander. Sie zeigen grundsätzlich nur vage Schemen, welche die klare Trennung von Figürlichkeit und Gegenstandslosigkeit aufheben und die Stärke der Malerei als Kunst der Andeutung sichtbar werden lässt. Die mit transparent aufgetragenen Acrylfarben gestalteten Bilder entfalten dabei ein erstaunliches komplexes Potential. Kölner Stadt-Anzeiger, vom 02.11.2005 |
![]() Glückliche Stunde |
Reinhard Fritz führt nicht etwa real erschaute Traumbilder vor, sondern in Form von Bildzeichen codierte Traum-Erlebnisse. Diese Traum-Codes sind real in dem Sinne, dass sie in die sich entmaterialisierende Lebenssphäre weisen, die zwischen der stofflich verfestigten irdischen Ebene des Daseins und der übergeordneten geistigen Ebene schwingt. Es ist jene Sphäre, die über die Profanität des Alltags hinausreicht, jedoch von offener Sensibilität erahnt wird.- Die räumlichen Dimensionen, die zugleich gedankliche sind, schafft Reinhard Fritz allein dadurch, dass er ähnlich wie in holographischen Aufnahmen das gestaltende Licht aus verschiedenen Richtungen her einsetzt. Rheinische Post, vom 28.02.2005 |
![]() Traumsequenzen |
Reinhard Fritz bildet eine Welt ab, die er nur andeutet, nie aber konkret und wirklich fassbar macht. Er gibt seinen Bildern zwar Struktur und Tiefe, Form und Farbe, zeigt jedoch stets nur eine von vielen Möglichkeiten der Abbildung. Seine Kunst bewegt sich jenseits der realen Bildwelten und vermittelt zugleich Ruhe und Bewegung. Neue Rhein-Zeitung, vom 14.01.2005 |
![]() Grosse Distanz |
Im Prinzip erinnert die Malerei von Reinhard Fritz schon noch an ihre Ursprünge in der klassischen Moderne, an lyrische Abstraktion und Farbfeldmalerei. Zum Teil erscheinen die Bilder sogar wie Zitate. Und doch hat der 1946 geborene Münchner Maler in den vergangenen Jahrzehnten eine ganz eigene Bildsprache entwickelt. Süddeutsche Zeitung, Erding, vom 08.11.2003 |
![]() Strömung, Morgenlicht und Fischleiter |
Ich bewundere die Geduld und die Konsequenz mit der Sie Ihre Arbeit fortsetzen. Sie haben eine klare und eindeutige Sprache entfaltet, die Ihr Werk unverwechselbar macht. Helmut Friedel, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München, im Brief vom 29. April 2002 |
![]() Bausteine für eine neue Welt |
Als Eulenspiegel der Malerei versteht es Reinhard Fritz geschickt, den Betrachter an der Nase herumzuführen. Zunächst suggeriert das einfache Bildinventar Klarheit. Weiße Flächen stehen und schweben über einem blauen Grund. Im Vordergrund unterstützen dunkle Schlagschatten die Illusion. Doch plötzlich kommem Zweifel auf. Gibt es im Hintergrund zwei Lichtquellen? Warum finden sich in den Schlagschatten kleine blaue Flächen mit zusätzlichen Schatten? Die Sehnsucht nach einer einfachen Lösung ist zerstört. Dr. Andreas Zoller, "Aus der Kunstsammlung der Stadt Donaueschingen", 2000, ISBN 3-00-007251-9 |
![]() Gesammelte Schatten |
Bilder über die Musik verstehen. Das Spiel mit Farbe, Form, Licht und Schatten beherrscht Fritz. In einer fließend-transparenten Aquarell- und Acryltechnik fügt er starre Formen zur ´Hommage an das Sechseck`. Ein Netz aus Wabenmuster, weiße Körper liegen plastisch darüber, Schatten knüpfen ein eigenes Gitter. Schatten fügt er oft spielerisch, ironisch und witzig zu seinen Bildschöpfungen, gibt ihnen ein Eigenleben, lässt sie ganz ungewöhnliche Formen beschreiben und überlässt ihnen eine wichtige Rolle in seinem Ideengefüge. Der Neue Tag, vom 23.06.1998 |
![]() Kopfüber |
Der Künstler erfindet sich eine eigene, transzendentale Bildwirklichkeit, die eine meditative Ausstrahlung hat und der der Ausstellungsbesucher mit Ruhe und Muße begegnen sollte. Badische Zeitung, vom 14.06.1996 |
![]() Königskinder |
Bausteine für eine neue Welt. In den neuen, nun in Donaueschingen gezeigten Arbeiten, schafft sich der Künstler mit den Mitteln der Malerei seinen persönlichen Weltentwurf. Er formt Konstruktionen, die vorerst wenig mit der bekannten Dingwelt gemein haben, aber auch nicht als vollkommen ungegenständlich einzustufen sind. Die Bildinhalte bewegen sich in einem Schwebezustand von mimetischer Abbildung und autonomer Abstraktion, so der erste Eindruck. Vertieft man sich weiter und mit Kenntnis der Titel in die fremden Bildwelten, so werden die einzelnen Bildelemente immer vertrauter. Zu erleben ist eine interpretatorische Mehrdeutigkeit, die die Auseinandersetzung mit den Bildern interessant und spannend macht." Schwäbische Zeitung, vom 19.10.1995 |
![]() Begrüßung |
Das Abenteuer Malerei vermittelt Reinhard Fritz als einen vornehmlich auf Farbklänge ausgerichteten, Licht und Schatten extrem modifizierenden Surrealismus von betont lyrischem Charakter. Seine Acrylbilder und Aquarelle sind Zeugnisse einer Verinnerlichung und verweisen durch ihre Bildarchitektur, durch die absichtsvoll gestufte Klangverschiedenheit ihrer Farben, sowie die Gegenläufigkeit ihrer Ordnungszusammenhänge im Innen und Außen auf eine gewisse Nähe zur Musik." Schwäbische Zeitung, vom 19.10.1994 |
![]() Wüste |
Die Welt schweigt am Schnittpunkt von Leben und Tod, als mache sie eine schöpferische Atempause und hielte für eine Weile inne. Die in den letzten beiden Jahren entstandenen Aquarelle von Reinhard Fritz bewegen sich auf dem scharfen, kaum fassbaren Grad zwischen Endzeit und Uranfang, zwischen Konzentration und Auflösung, auch zwischen der Unausweichlichkeit des Spiels und der Leichtigkeit des Seins. In einer transparenten Sphäre, die den Raum flächig und die Fläche räumlich erscheinen lässt, beherrschen Leerformen das Feld, Schattenrisse gewähren Identität, die aufrechte Haltung gibt den Impetus." Claudia Jaeckel, im November 1988, aus dem Katalogvorwort zur Ausstellung in der Autoren Galerie 1, München |
![]() Am Ende des Höhenflugs |
“Am Ende des Höhenflugs” heißt eines der neuesten Bilder von Reinhard Fritz. Die querrechteckige Leinwand überzieht ein zartes, differenziertes Grün, das sich stellenweise auflichtet oder mehr verschattet. Kühlere Zonen wechseln mit wärmeren ab. Bräunliche bzw. Zartviolette Nuancen modifizieren die Grundfarbe, die sich aus durchsichtigen, einander überlagernden Schichten aufbaut. Eine nur angedeutete graphische Binnenstruktur erweckt den Eindruck, als blicke man aus großer Höhe auf eine Wiese, über die ein leichter Wind streicht. Diese Fernsicht steht im Kontrast mit verhältnismäßig großen, als nah empfundenen Elementen, die sich als Variation nur einer Grundform zu erkennen geben. Da auf jedes präzisierende Detail verzichtet wurde, bestimmen sich die Figurationen allein vom Umriß her, der die verschiedenen Farbpläne durchbricht und die helle Grundierung freilegt. Einerseits wird dadurch die latent wirksame Illusion von Realität aus der Vogelperspektive aufgehoben, andererseits der Verweis auf Wirklichkeit dadurch wieder verstärkt, daß die ausgesparten Partikel als weiße Federn deutbar sind. Unterschiedlich groß, verteilen sie sich in lockerem Rythmus über das Bildfeld, wobei allerdings ihre Spulen und Fahnen alle in etwa die gleiche Richtung einnehmen, so daß sich eine diagonale Bewegung ergibt. Die Ambivalenz von Figur und Grund, von Bewegung und Ruhe, von Fülle und Leere, von Nähe und Ferne, prägt den anschaulichen Charakter dieser Arbeit ebenso wie die Verquickung illusionärer Wirklichkeit mit der Realität von Zeichen." Dr. Armin Zweite, im August 1980, aus dem Katalogvorwort zur Ausstellung in der Autoren Galerie 1, München |
















